







Seit 42 Tagen sind wir nun unterwegs. Unter der bereits sommerlichen Sonne des Südens bewegen wir uns durch Kalabrien. Das Gras wird zunehmend braun, die Landschaft karger. Sie verliert ebensowenig an Faszination wie die Herzlichkeit der Menschen! Weiterhin beeinträchtigt durch Erkältungen wählen wir die einfachste Route, sie führt über den Berg im dichten Saharastaub (tut unserem Husten gut!) nach Amantea ans Tyrrhenische Meer, vorbei an stillgelegten Treibhausprojekten, anschubfinanziert durch die EU. In Brüssel weiß kaum jemand davon. Anyway! Jetzt nach Süden, der Küste entlang, menschenleere Sandstrände (wie mag es hier im Sommer aussehen?), verwaiste Tourismus-Infrastruktur, mit dem Lineal gezogene Küstenstraßen. Es grüssst der Aeroporto Lamezia, da ist nix los, außer eine einsame Ryanair-Maschine scheint sich dahin verirrt zu haben. Die Iren fliegen überall hin! Unterwegs gesellt sich Adrian aus Flandern zu uns, er umrundet den Stiefel in drei Monaten mit dem Gravel Bike. Gemeinsam erreichen wir auf der brandgefährlichen Hauptstraße SS18 (Strada Statale) das malerische Küstenstädtchen Pizzo, Hochburg des Thunfischfangs, und bereits im Mai von den Deutschen einverleibt. Allerhand Touristennepp, und ein paar Einheimische feiern den Scudetto von Internazionale (Sommer, il migliore portiere!). Zu Gast bei Franco Feroleto und seiner moglie Teresa, Berufsköchin. Grandioser Familienanschluss im Palazzo-ähnlichen Gemäuser. Hobby-Historiker erzählt aus napoleonischen Zeiten und deren Bewandtnis für seine Familie, im repräsentativen Treppenhaus prangt das Familienwappen. „Ich bin kein Nobile, die kamen von der Mutterseite. Raffiniertes Essen in der Locanda Toscano, während die Tiffosi von Inter Feuerwerk abbrennen. Niemand weiß, wie sie dieses bezahlen, „diese Typen sind alle arbeitslos“, meint der Kellner lakonisch. Nun geht‘s rasant in die letzte Etappe nach RC. Später mehr!
Ciao cari, a doppo!