





Bald ist es soweit: in Kürze tragen uns die Bikes nach Kalabrien, einer der wohl mystischsten Regionen Italiens. Das Internet ist voller Artikel über die „Ndrangheta“, die lokale Mafia. Das kümmert uns wenig, denn es locken (endlich) frühsommerliche Sonnentage und eine bezaubernde Natur. Es soll auch großartige Sandstrände geben. Im Sommer schippern die europäischen Billig-Airlines Badetouris nach Lamezia. Aus Castellucio geht es steil über den Rücken des Pollino-Nationalparks. Das Surren von hinten kündigt einen E-Biker an, mehr oder weniger locker zieht der Deutsche mit einem lässigen „Ciao“ vorbei. Was soll man darauf antworten? Nichts! Nach dem Pass gibt es einen Halt im B&B und Biker-Treffpunkt des Parks namens „Catasta Pollino“. Sieht aus wie eine Scheiterbeige. Wir verlassen die Basilicata, Morano Calabro thront auf dem Berg, unser B&B heißt „Al Castello“, zuoberst auf dem Berg. Hier leiern die Frauen in der Kirche „Prega per noi“. wo sind die Männer? Mittelalter im 21. Jahrhundert. Von Morano Gewaltstour von 84Km nach Cosenza, begleitet von drei Schlauchwechseln an Thomas‘ Bike. Christoph lacht, fährt schlauchlos. Nudelfertig in Cosenza, abends Essen und dann ins Bett. Ruhetag in Kalabriens drittgrößter Stadt. Begegnung mit dem 88jährigen Maler Giuseppe Filosa in seiner „Bottega d‘Arte“ am Domplatz. „Qui si vende la fortuna“, ist auf den Karton gemalt. Die Neustadt Cosenzas ist aufgehübscht und abends ist alles auf der Straße, auch die Wahlkämpfer der „Cinque Stelle“. Das Centro Storico ist dreckig und heruntergekommen, die Begüterten leben nicht dort! Thomas‘ Erkältung wegen gibt es tags darauf eine Kurzetappe, über die Hügel unweit der Autobahn nach Malito ins praktisch leere Palace Hotel Savuto, 70€, um Missverständnissen vorzubeugen. Jetzt kratzt auch Christoph‘s Hals. Weiterreise je nach Gesundheitszustand. Genug für heute!
Ciao cari, a presto!