







Amatrice, Albergo Diffuso, nur noch ein Zimmer. Christoph zeltet im Vorgarten! Der Hotelhund bellt mitten in der Nacht das Zelt an. Wie soll er auch dieses komische Tier kennen? Am Morgen steil den Hügel hinauf, bald wird das Strässchen ein Schlammloch. Augen zu und durch! Schleunigst ins Tal, nach L‘Aquila, dem Abruzzen-Hauptort, seit dem Beben 2009 mit Berlusconi-Hilfe hübsch hergerichtet. Über Nacht im Canadian Hotel, was für ein Name für L‘Aquila? Hässlicher, stilloser Betonbunker à la DDR, aber günstig! Nächstes Ziel: Popoli Terme, tief in den Abruzzen. Nach langer Irrfahrt finden wir das Airbnb. Sonntag: Bike Rennen in Popoli. Die hübsche sonnenbebrillte Polizistin will uns bei der Absperrung nicht in den Alimentari lassen. Ordnung muss sein. Auf der Hauptstraße Richtung Neapel, ein Horror, tonnenweise tostesterongeschwängerte Töfffahrer. Erlösung in Sulmona, einem lebendigen Provinzstädtchen. Unsere voll bepackten Bikes werden bestaunt. Kommentar eines älteren Herrn: voi siete Pazzi! Was wir ja auch sind. Durchs malerische Val Pescara ins Gebirgsdorf Pettorano sul Gizio, carino. Morgens mit Elan 700m hoch durch den Wald. Unvermittelt Begegnung mit zwei strammen Berner Wandermeitschi, Schwestern, die eine wohnt seit 40 Jahren in Isernia. Amore! Roccapia, Felsnest, benamst nach der Tochter von König Vittorio Emmanuele. „Vecchia storia“, sagt der Barbesitzer lakonisch. Oben am Fels thront ein Säulenheiliger, man scheint dem göttlichen Schutz nicht zu trauen, ein Drahtnetz ist gut, sicher ist sicher. Durchs endlose Hochtal auf der mörderischen Schnellstraße SS17 nach Castel del Sangro, an der Grenze zur Molise.
Ciao Cari, Civediamo nel sud!